Manchmal erlebt man Momente der Stille.
Man geht so vor sich hin, ganz in Gedanken verloren “ich muss noch, habe ich schon, wie sieht der denn aus, wieso immer ich …”, plötzlich bleibt man stehen, alles friert ein … , Ruhe, … man bleibt stehen, plötzlich sieht man, alle Sorgen sind abgefallen, man steht nur da, sieht, hört, …
Die Grenze zwischen mir und der Welt fehlt weg, man ist die Welt.
Desto tiefer man “schaut”, desto mehr “versteht” man wie tief man in der Welt verwurzelt ist.
Man ist die Welt, man ist das Bewusstsein der Welt, nur durch unser Auge besteht die Welt.
Sterben wir, stirbt die Welt …
Durch Praktizieren der Aufmerksamkeit wird einem plötzlich bewusst welcher Gedankenlärm im Kopf vorherrscht.
Man braucht nur zu beobachten wie die Vorurteile automatisch nur so durch den Kopf schiessen wenn man Menschen in der Fussgängerzone beobachtet.
Durch regelmässige Übung der Aufmerksamkeit gewinnt man nicht nur Zugriff zum Bewusstsein, man erhält auch Einblick in das Unterbewusstsein. Man erkennt dadurch nach und nach den tatsächlichen Ursprung des persönlichen Verhaltensmusters.
Yoga und Zen sind Wege, die dasselbe Ziel mit ähnlichen Mittel verfolgen.
Im Yoga, wie im Zen entzieht man seine Sinne der Umwelt und lenkt seinen Blick nach innen.
Beide Wege scheinen von Aussen eher statischer Natur zu sein. Der Zen-Mönsch verharrt in der Sitzhaltung und der Yoga-Praktizierende verharrt in diversen Stellungen. Aber diese Stellungen sind in beiden Wegen nur von aussen betrachtet statisch. In der Tat achten beide Praktizierende während den ganzen Übungen auf die korrekte Ausrichtungen des Körpers, man “korrigiert” sozusagen dauernd die Körperhaltung von innen heraus.
Im Yoga, wie im Zen weiss man auch um die Bedeutung des Atems und lenkt im besondere Aufmerksamkeit zu.
Nichts entsteht aus sich heraus, nichts verschwindet einfach so.
Alle Erscheinungen, Lebewesen bilden die Knoten des Netzes der Welt.
Jeder Knoten hat seine Verantwortung, seine Daseinsberechtigung …
Wir fühlen uns schlecht, deprimiert, wir spüren, dass uns etwas fehlt.
Da, eine Werbung für ein neues Produkt erregt unsere Aufmerksamkeit.
Das muss Ich haben, das wird mich glücklich machen.
Wir fahren ins Geschäft, freudige Erwartung erfüllt uns.
Wir sehen das Produkt, unsere Augen fangen an zu leuchten, wir kaufen es.
Glückshormone durchströmen den Körper, wir sind glücklich.
Am nächsten Tag / Monat / Jahr, das Produkt ist uninteressant geworden, es erfüllt seine Funktion nicht mehr, wir sind nicht mehr glücklich.
Wir spüren dass uns etwas zu unserem Glück fehlt.
Da ein Prospekt, oh was für in schönes Ding, das muss ich haben.
Der Teufelskreis schließt sich, wir versuchen unser ganzes Leben unser Glück zu erkaufen. Vielleicht sollten wir einfach mal stehen bleiben, und unser Verhalten aufmerksam beobachten. Wir werden feststellen, dass uns materielle Sachen kein richtiges Glück bringen, dass es jedes Mal nur von kurzer Dauer ist.
Vielleicht sollten wie einsehen, dass es an der Zeit ist unser Verhalten zu ändern. Ein Glück zu finden, das von Dauer ist. Das Glück, das wir in uns selbst finden können.
Im Leben muss man viele Entscheidungen treffen.
Man hat Angst davor.
Was passiert, wenn Ich mich falsch entscheide?
Es ist die Angst vor der Zukunft, vor den Konsequenzen.
Man bewegt sich in Gedanken in einer negativen Zukunft, die an sich gar nicht reell existiert.
Es ist wichtig im Leben Entscheidungen, die anfallen, nicht vor sich her zu schieben.
Auch wenn man nicht weiss in welche Richtung man gehen soll.
Auch wenn man weiss, dass man die Entscheidung nicht aus dem Bauch heraus treffen kann.
Nur indem man eine Entscheidung trifft, kann man in der Zukunft festellen, ob diese richtig oder falsch war. Man sollte aufmerksam beobachten welche Folgen, die Entscheidung hat.
Nur so kann man Erfahrungen machen, für die Zukunft dazulernen.
Um zu leben, darf man sich nicht scheuen Entscheidungen zu treffen.
Sonst zieht man sich immer mehr aus dem Leben zurück, man hört auf zu leben.
Tod, ein unbequemes Wort.
Tod, unser unausweichliches Schicksal.
Tod, unser Lehrmeister?
Warum sterben wir?, Was ist der Tod?, sind solche Fragen eine morbide Beschäftigung?
Eine Eigenschaft der modernen Gesellschaft ist die Tatsache, dass wir konsequent versuchen den Tod mit seinen verschiedenen Facetten zu verdrängen:
- Er wird hinter den Mauern des Friedhofs versteckt.
- Man vermeidet den Kontakt mit den sterbenden Angehörigen.
- Wo früher Menschen in Würde im eigenen Haus sterben konnten, werden sie heute ins Krankenhaus verfrachtet.
- Man hat Angst vor dem Älterwerden und versucht den Prozess aufzuhalten, der einen unweigerlich zum Tod führt. Man frönt dem Bild der ewigen Jugend.
Ist diese Tatsache nicht ein Hinweis darauf, dass wir das Thema “Tod” verdrängen wollen. Der Tod wirft unbequeme Fragen auf, die wir nicht stellen wollen, da er unser Leben in Frage stellen kann.
Welche Bedeutung hat mein Leben, mein Handeln, meine Taten vor der Tatsache, dass ich irgendwann sterben muss.
Ein Buch, das sich besonders mit dem Tod beschäftigt, seine Lehren daraus zieht, ist “Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben.” Der Autor zeigt, dass man den Tod als Bestandteil der menschlichen Existenz akzeptieren kann und so ein neues Verständnis zu dem Leben gewinnen kann.
Es gibt Momente im Leben, da fühlt sich der Tag grau an. Die Farben verblassen, jede Initiative erstickt im Keim, …
Es gibt Tage, da fühlt man sich permanent angegriffen; durch Worte, Situationen, Menschen, …
Man möchte von dieser negativen Einstellung loslassen, weiss aber nicht wie man aus diesem dunklen Teich entsteigen könnte.
Eine Methode, die mir in solchen Situationen öfters geholfen hat, möchte ich hier darstellen.
An solchen Tagen, setze ich mich einfach hin und nehme ein weisses Blatt Papier in die Hand. Jeden Gedanken bringe ich ohne Zutun, ohne Urteilen zu Blatt.
Mit jedem Wort, mit jedem Satz, erkennt man sich besser; das Festhalten, die Situation.
Nach einer Weile kann man loslassen und kann nur noch über sich selbst lachen, wie verbissen man doch daran festhalten wollte.